Seit wann gibt es Berlin-Marzahn

Seit wann gibt es Berlin-Marzahn

Wussten Sie, dass Berlin-Marzahn zu den grünsten Bezirken Berlins zählt und mit dem größten chinesischen Garten Europas aufwarten kann? Diese beeindruckende Mischung aus Natur und Kultur bewirkt, dass der Stadtteil Berlin-Marzahn für viele Bewohner und Besucher gleichermaßen attraktiv ist.

Der Stadtteil Berlin-Marzahn, der am Ende der 1970er Jahre während des Baus der größten Plattenbau-Siedlung der DDR gegründet wurde, hat sich seitdem rasant entwickelt. Die Besiedlung der Region Marzahn-Hellersdorf reicht jedoch viel weiter zurück – bis vor etwa 11.000 Jahren. Heute ist der historische Dorfkern Alt-Marzahn ein idyllischer Ort im Bezirk.

Darüber hinaus ist der Stadtteil Berlin-Marzahn für seine lebendigen Gemeinschaftsveranstaltungen bekannt, darunter der örtliche Wochenmarkt am Helene-Weigel-Platz, der als wichtiger Treffpunkt dient. In den letzten Jahren zieht der südliche Teil von Marzahn kreative Unternehmer und Handwerker an, die in historische Gebäude im Gewerbegebiet ziehen und so eine spannende Revitalisierung einleiten.

Schlüsselerkenntnisse

  • Berlin-Marzahn entstand Ende der 1970er Jahre während des Baus der größten Plattenbau-Siedlung der DDR.
  • Der Bezirk besticht durch zahlreiche Grünflächen und den größten chinesischen Garten Europas.
  • Der historische Dorfkern Alt-Marzahn verleiht dem Stadtteil seinen einzigartigen Charme.
  • Wichtige Treffpunkte wie der Wochenmarkt am Helene-Weigel-Platz fördern die Gemeinschaft.
  • Kreative Unternehmer und Handwerker revitalisieren den südlichen Teil von Marzahn.
  • Die Geschichte Berlin-Marzahns reicht bis vor etwa 11.000 Jahren zurück.

Früheste Erwähnung und Mittelalter

Die Entstehung Berlin-Marzahn lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Die früheste Erwähnung von Berlin stammt aus dem Jahr 1244, während Kölln bereits 1237 erwähnt wurde. Die Berlin-Marzahn Chronik berichtet, dass der Stadtplan aus dem 13. Jahrhundert, erstellt von Karl Friedrich Klöden, die Situation von Berlin und Kölln zwischen 1250 und 1270 zeigt. Dieser Plan hat die Maße 41 mal 34 Zentimeter und einen Maßstab von etwa 1:6.000.

Eine bedeutende Entwicklung war der Bau des Mühlendamms, der erstmals 1298 im Berliner Stadtbuch erwähnt wurde. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde auch die Lange Brücke, ursprünglich Neue Brücke genannt, errichtet. Das „Schwarze Kloster“ der Dominikaner im Cöllner Norden entstand um 1300 und prägt bis heute die Entstehung Berlin-Marzahn.

Der Berliner Stadtplan aus dem Jahr 1652 gilt als der erste zeitgenössische Plan für Berlin und Cölln. Bei der Vereinigung von Kölln und Berlin im Jahr 1309 formten sie eine Stadtunion, die 1432 genehmigt wurde und zur Doppelstadt Kölln-Berlin führte.

Ereignis Jahr
Erste Erwähnung von Berlin 1244
Erste Erwähnung von Kölln 1237
Bau des Mühlendamms 1298
Entstehung des „Schwarzen Klosters“ um 1300

Seit wann gibt es Berlin-Marzahn

Die Bauarbeiten für den Bezirk Marzahn begannen im Jahr 1977, als am 11. April die erste Baugrube ausgehoben wurde. Bereits am 18. Dezember desselben Jahres zogen die ersten Mieter in ihre neuen Wohnungen in Marzahn ein. Innerhalb von nur elf Jahren wurden in Marzahn insgesamt 60.000 Wohnungen errichtet. Natürlich hat diese Entwicklung Marzahn und Hellersdorf verwandelt und deren Bevölkerungszahl signifikant erhöht.

Ein markantes Merkmal der Entwicklung Berlin-Marzahn ist die Fertigstellung der millionsten Wohnung in der DDR im Jahr 1978. Während des Bestehens der DDR wurden bis zum Mauerfall insgesamt etwa zwei Millionen Plattenbauwohnungen gebaut. Marzahn ist bekannt für seine umfangreiche Plattenbausiedlung, einschließlich des Bürgerhauses Südspitze, das über drei Etagen verfügt.

Ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Entwicklung Berlin-Marzahn war die offizielle Veröffentlichung der ersten Pläne für einen neunten Bezirk in Berlin im Jahr 1976. Diese Pläne konkretisierten sich 1979, als die spezifischen Pläne für Marzahn formell verabschiedet wurden, und der Bezirk offiziell von Lichtenberg getrennt wurde. Zu dieser Zeit umfasste der neue Bezirk die Ortschaften Marzahn, Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf.

Bis Anfang der 1990er-Jahre wurden, einschließlich Marzahn und Hellersdorf, über 100.000 Wohnungen errichtet. Die Region hat sich in den letzten vierzig Jahren mehr verändert als je zuvor. Heute ist Marzahn-Hellersdorf eines der größten zusammenhängenden Gewerbegebiete in Berlin, mit dem Unfallkrankenhaus Berlin als größtem Arbeitgeber im Bezirk.

Die Zeit während der DDR

In der Zeit der Berlin-Marzahn DDR erlebte der Stadtteil einen bemerkenswerten Wandel und Wachstumsschub. In den Jahren 1976 bis 1987 wurden in den Ortsteilen Berlin-Marzahn und Biesdorf 60.000 neue Wohnungen gebaut, ein gigantischer Schritt zur Lösung der Wohnungsfrage, die die SED bis 1990 lösen wollte. Bis 1992 kamen zusätzlich 43.000 Wohnungen in Kaulsdorf und Hellersdorf hinzu. Die Bauzeit für einen Elfgeschosser betrug durchschnittlich 110 Tage, während es für fünf- oder sechsgeschossige Gebäude nur 51 Tage dauerte. Das Stadtbild veränderte sich radikal durch den Bau von 22 Kilometer Straßenbahngleisen und 48.600 Parkplätzen.

Berlin-Marzahn DDR

Während der Berlin-Marzahn DDR wurden nicht nur neue Wohnungen gebaut, sondern auch umfangreiche infrastrukturelle Maßnahmen getroffen. Fast 10 Kilometer „Sammelkanäle“ wurden unter Marzahn installiert, um Stromleitungen und Telefonkabel zu verlegen. Zudem entstanden bis 1989 zahlreiche Einrichtungen: 59 Schulen, 14 Jugendclubs, 23 Kaufhallen, 22 Gaststätten mit mehr als 100 Plätzen und 20 medizinische Einrichtungen.

Die monatliche „Nutzungsgebühr“ für eine Wohnung von 68,8 Quadratmetern betrug 73,80 Mark, inklusive Nebenkosten waren es 115,30 Mark. Dies ermöglichte vielen Familien erschwinglichen Wohnraum, ein zentraler Aspekt des sozialistischen Wohnbauprogramms.

Das Jahr 2006 stellte einen Wendepunkt dar, als das DDR Museum im Zentrum Berlins eröffnet wurde. Seitdem hat das Museum mehr als 350.000 Objekte aus der Berlin-Marzahn DDR gesammelt und zieht jährlich zahlreiche Touristen an. Der neue Standort im Bezirk Marzahn-Hellersdorf wird über eine Fläche von etwa 2.100 Quadratmetern verfügen und die umfangreiche Sammlung angemessen beherbergen.

Die Bauarbeiten für das neue Depot sollen bis Mitte Oktober 2023 abgeschlossen sein, mit einer geplanten Eröffnung bis Ende des gleichen Jahres. Für den Umzug der Sammlung sind rund 140 Fahrten mit Lkw geplant, die bis zu 12 Tonnen schwer sein können. Dies zeigt die Bedeutung, die diesem kulturellen Erbe beigemessen wird. Bis 2025 wird der Bau des neuen Depots abgeschlossen sein, das dann zwei große Hallen mit Solar-Dächern und ein klimatisiertes Gebäude für Sonderausstellungen umfassen wird.

Marzahn nach der Wende

Nach der Wende erlebte Marzahn eine signifikante Transformation. Historisch als Wohnbezirk bekannt, begann Marzahn nach der Wende, sich neu zu orientieren und neu zu definieren. Mit dem Rückbau der elfgeschossigen Plattenbauten wurde die Anzahl der Wohnungen von 1.670 auf 447 reduziert, was die Struktur des Viertels tiefgreifend veränderte. Diese Maßnahmen sollten die Wohnqualität verbessern und Marzahn attraktiver gestalten.

Ein markanter Wandel nach der Wende war der Bau des Eastgate Einkaufszentrums im Jahr 2005, das als fünftgrößtes Einkaufszentrum Berlins dient. Dieses Zentrum hat sich als wichtiger Knotenpunkt für Einkaufen und soziale Interaktionen etabliert. Zudem erlebte der Bezirk eine Zunahme der Einfamilienhäuser und Stadtvillen, insbesondere im Kleinsiedlungsgebiet, wodurch der Wohnraum diversifizierter wurde.

Die Bevölkerung von Marzahn wuchs stetig und erreichte 2023 eine Einwohnerzahl von 117.814. Eine bedeutende Entwicklung war die Fusion zum Bezirk Marzahn-Hellersdorf am 1. Januar 2001. Heute beträgt die Bevölkerung dieses fusionierten Bezirks etwa 253.000 Einwohner. Trotz der Modernisierungen blieb die Bevölkerungsdichte hoch und erreichte 6029 Einwohner pro Quadratkilometer.

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 38,4 Jahre, wobei fast jeder Dritte ein Kind oder Jugendlicher ist. Der Wohnraum in Marzahn ist zudem besonders günstig, mit der zweithöchsten durchschnittlichen Mietbelastung in Berlin. Zudem wurde ein Großteil der Plattenwohnungen bereits saniert und modernisiert, um den heutigen Wohnansprüchen gerecht zu werden.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region wurde ebenfalls vorangetrieben. In Marzahn gibt es heute über 50.000 Arbeitsplätze im Industriegebiet an der Rhinstraße und 186 Firmen, die Dienstleistungen im Rahmen des „Regionalen Netzwerk Siedlungsverbund Biesdorf-Kaulsdorf-Mahlsdorf“ anbieten.

Marzahn nach der Wende ist ein Beispiel für die erfolgreiche Transformation eines Stadtteils, der sich durch gezielte Modernisierungen und infrastrukturelle Verbesserungen an die neuen Gegebenheiten angepasst hat.

Moderne Entwicklungen und Sehenswürdigkeiten

Berlin-Marzahn hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich entwickelt und bietet heute eine Vielzahl moderner Sehenswürdigkeiten. Die „Gärten der Welt“ sind zweifellos eines der herausragendsten Highlights. Ursprünglich zur Berliner Gartenschau im Jahr 1987 eröffnet, hat sich der Park stetig vergrößert und umfasst heute eine Fläche von 430.000 m². Besondere Attraktionen wie der Chinesische Garten, der Japanische Garten und der Balinesische Garten ziehen jährlich über 800.000 Besucher an.

Die Ahrensfelder Berge, der höchste Punkt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit 114 Metern, bieten einen fantastischen Blick über die Stadt. Unweit davon entfernt, befindet sich die Pyramide auf der Landsberger Allee, die 1993 erbaut wurde. Sie enthält die größte Uhr Europas und ist ein architektonisches Wahrzeichen der Region.

Shopping-Fans kommen im Eastgate Berlin voll auf ihre Kosten. Als fünftgrößtes Einkaufszentrum der Stadt bietet es eine Vielzahl an Geschäften und gastronomischen Angeboten. Marzahn hat sich auch als wichtiger Wirtschaftsstandort etabliert, mit insgesamt 1.200 Hektar Industriefläche – dem größten zusammenhängenden Industriegebiet Berlins.

Nicht zuletzt wird die Lebensqualität durch die großzügigen Grünflächen unterstrichen. Etwa 18% der Fläche von Berlin-Marzahn sind grüne und parkähnliche Gebiete. Dies stellt sicher, dass jeder Bewohner Zugang zu etwa 22 Quadratmetern Grünfläche hat, was den Bezirk besonders für Familien attraktiv macht. Mit einer steigenden Bevölkerungszahl, insbesondere junger Familien, wird sich Berlin-Marzahn auch in Zukunft weiter dynamisch entwickeln.

FAQ

Q: Seit wann gibt es Berlin-Marzahn?

A: Berlin-Marzahn wurde erstmals 1300 urkundlich erwähnt. Ursprünglich war es ein kleines Dorf in der Mark Brandenburg.

Q: Welche Bedeutung hat Berlin-Marzahn im Mittelalter?

A: Im Mittelalter war Marzahn ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Es wurde im Jahr 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt.

Q: Wie hat sich Marzahn während der DDR-Zeit entwickelt?

A: In der DDR-Ära wurde Marzahn erheblich erweitert und es entstanden die bekannten Plattenbau-Siedlungen, um den Wohnraumbedarf zu decken. Marzahn wurde zum größten Neubaugebiet Ost-Berlins.

Q: Was geschah mit Marzahn nach der Wende?

A: Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 begann eine umfassende Sanierung der Plattenbaugebiete. Es wurde viel in die Infrastruktur investiert und neue Wohn- und Geschäftsräume wurden geschaffen.

Q: Welche modernen Entwicklungen gibt es in Berlin-Marzahn?

A: In den letzten Jahren hat sich Marzahn zu einem attraktiven Wohnviertel entwickelt. Es gibt viele neue kulturelle Einrichtungen, besonders bekannt sind die Gärten der Welt sowie das Biesdorf Center.

Q: Was sind wichtige Sehenswürdigkeiten in Berlin-Marzahn?

A: Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten gehören die Gärten der Welt, das Schloss Biesdorf und der Wuhletal-Wanderweg. Diese Orte bieten sowohl für Einwohner als auch Touristen interessante Erlebnisse.

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