Seit wann gibt es Glasfaser?
Wussten Sie, dass Glasfasern schon vor fast 4000 Jahren von den Phöniziern, Griechen und Ägyptern verwendet wurden? Diese frühen Zivilisationen nutzten feine Glasfäden, um Gefäße zu verzieren. Dies ist nur der Anfang der faszinierenden Geschichte der Glasfasertechnologie, die bis heute maßgeblich zur modernen Kommunikation beiträgt.
Wichtigste Erkenntnisse
- Glasfasern wurden bereits vor fast 4000 Jahren von frühen Zivilisationen verwendet.
- 1713 wies Réaumur die Möglichkeit hin, feine Glasgarne zu weben.
- Im 18. Jahrhundert produzierten Glasbläser im Thüringer Wald sogenanntes Feen- oder Engelshaar.
- In den 1930er Jahren wurden spinnbare Glasfäden mit genau definiertem Durchmesser als Rollenware hergestellt.
- Die Deutsche Telekom begann Mitte der 1990er Jahre mit dem Ausbau von Glasfaserkabeln in Deutschland.
Die Geschichte der Glasfasertechnologie ist reich an interessanten Daten und Entwicklungen. Doch wann genau begann der kommerzielle Einsatz moderner Glasfaserkommunikationstechnologie?
Die Entwicklung der Glasfasertechnologie
Die Entwicklung Glasfasertechnologie begann im 18. Jahrhundert, als Glasfasern erstmals zu dekorativen Zwecken hergestellt wurden. In den 1960er-Jahren zeigte sich jedoch, dass Kupferkabel an ihre Grenzen stießen, was den technologischen Fortschritt Glasfaser vorantrieb. Der entscheidende Durchbruch kam 1966, als Charles Kao die Theorie aufstellte, dass reine Glasfasern für die langstreckige Kommunikation geeignet seien. Nur vier Jahre später, 1970, entwickelten die Forscher Robert Maurer, Peter Schultz und Donald Keck von Corning Inc. die erste verlustarme Glasfaser mit einer Dämpfung von 17 dB/km.
1973 gelang den Bell Laboratories der nächste Durchbruch, als sie das erste Glasfaserkommunikationssystem demonstrierten. Dieses Ereignis markierte den Beginn des Einsatzes von Glasfasern in der Telekommunikation. 1988 wurde das erste transatlantische Glasfaserkabel TAT-8 in Betrieb genommen, das eine Übertragungsgeschwindigkeit von 280 Mbit/s ermöglichte.
Ein signifikanter Ausbau der Glasfaserinfrastruktur fand in den frühen 2000er Jahren statt, wobei etwa 75,5% der deutschen Haushalte bis Ende 2016 Zugang zu Downloadgeschwindigkeiten von 50 Mbit/s hatten. Die Einführung der Mikroröhrchen-Technologie im Jahr 2011 ermöglichte die Verlegung von Glasfasern ohne große Bauarbeiten und trug erheblich zur beschleunigten Verbreitung bei.
Jahr | Meilenstein |
---|---|
1966 | Theorie von Charles Kao zu Glasfasern für langstreckige Kommunikation |
1970 | Entwicklung der verlustarmen Glasfaser durch Corning Inc. |
1973 | Erstes Glasfaserkommunikationssystem von den Bell Laboratories |
1988 | Inbetriebnahme des transatlantischen Glasfaserkabels TAT-8 |
2011 | Einführung der Mikroröhrchen-Technologie |
2024 | 800.000 km Glasfaserkabel durch Telekom Deutschland verlegt |
Ein weiterer technologischer Fortschritt Glasfaser konnte durch die Verlegung von 800.000 km Glasfaserkabel durch Telekom Deutschland bis 2024 verzeichnet werden. Auch im ländlichen Raum kommt es zu positiven Entwicklungen, wobei die Glasfaserabdeckung dort bis 2024 auf 43,2% anstieg. Die Vorteile Glasfaser sind heute nicht mehr wegzudenken und werden weiterhin entscheidend für die digitale Zukunft Deutschlands sein.
Seit wann gibt es Glasfaser?
Die Geschichte Glasfaser reicht weit zurück. Bereits vor fast 4000 Jahren nutzten Phönizier, Griechen und Ägypter Glasfäden zur Verzierung von Gefäßen. Dieses frühe Beispiel von Glasfaser Infrastruktur zeigt, dass das Material seit Jahrtausenden geschätzt wird.
1713 wies Réaumur darauf hin, dass es möglich sei, feine Glasgarne zu verweben. Diese Entdeckung war ein entscheidender Schritt in der Entwicklung der Glasfasertechnologie. Im 18. Jahrhundert produzierten thüringische Glasbergwerke sogenanntes „Engelshaar“, das zu Dekorationszwecken verwendet wurde.
Ein bedeutender Fortschritt der Moderne war die Arbeit der Schuller-Brüder in den 1930er Jahren. Sie entwickelten ein Verfahren, um Glasfasern mit genau definiertem Durchmesser herzustellen und patentierten das dazugehörige Stabtrommelabziehverfahren. Dies markierte den Übergang zur industriellen Produktion von Glasfasern.
In den 1990er Jahren begann die Deutsche Telekom mit dem Ausbau der Glasfaser Infrastruktur. Zwischen 1993 und 1995 wurden 1,2 Millionen Glasfaseranschlüsse, hauptsächlich in den neuen Bundesländern, verlegt, um die Glasfaser Verbreitung voranzutreiben. Zwischen 1994 und 1997 wurden etwa 10% der Telekom-Kunden in Westdeutschland mit Hytas-Technologie angeschlossen. Besonders in Ostdeutschland halfen diese Glasfaserkabel dabei, die Telefonversorgung signifikant zu verbessern.
Jahr | Entwicklung |
---|---|
Phönizier, Griechen, Ägypter | Verwendung von Glasfäden zur Verzierung |
1713 | Réaumurs Hinweis auf die Möglichkeit des Verwebens von Glasgarnen |
18. Jahrhundert | Produktion von „Engelshaar“ in Thüringen |
1930er Jahre | Schuller-Brüder patentieren Stabtrommelabziehverfahren |
1993-1995 | 1,2 Millionen Glasfaseranschlüsse in den neuen Bundesländern |
1994-1997 | 10% der Telekom-Kunden in Westdeutschland mit Hytas-Technologie |
Glasfaser heute und in der Zukunft
Die Glasfasertechnologie hat sich in den letzten Jahrzehnten erheblich weiterentwickelt und spielt heute eine Schlüsselrolle in der digitalen Infrastruktur Deutschlands. Mit einer Datenrate von bis zu 1.000 Mbit/s übertrifft Glasfaser ältere Technologien wie DSL und VDSL bei weitem, welche maximal 250 Mbit/s erreichen. Diese hohe Geschwindigkeit ist besonders relevant angesichts des steigenden Datenvolumens, das sich allein im Festnetz in den letzten vier Jahren auf 287 Gigabyte pro Monat verdoppelt hat.
Bereits jeder dritte Haushalt in Deutschland hat heute Zugang zu Glassfasernetzwerken, und die Ausbaubemühungen sind darauf ausgerichtet, bis 2030 Glasfaserkabel in jedes deutsche Haus zu verlegen. Diese Bestrebungen sind ein deutlicher Schritt hin zu einer robusten und zukunftssicheren digitalen Infrastruktur Glasfaser.
Ein wesentlicher Vorteil von Glasfaser ist auch die nachhaltige Technologie Glasfaser, da sie nur ein Fünftel der Energie im Vergleich zu VDSL benötigt. Darüber hinaus bietet Glasfaser deutlich geringere Latenzzeiten von unter zehn Millisekunden und eine beeindruckende Upload-Geschwindigkeit von bis zu 500 Mbit/s, während VDSL hier nur 50 Mbit/s erreicht. Diese Aspekte machen Glasfasernetze nicht nur schneller, sondern auch effizienter und umweltfreundlicher.
Die Zukunft Glasfasernetze sieht vielversprechend aus, insbesondere im Hinblick auf die Bedürfnisse heutiger und zukünftiger digitaler Anwendungen. Von Smart Homes bis hin zu Telemedizin und Industrie 4.0 – Glasfasertechnologie wird die Grundlage für vielseitige, innovative Lösungen sein, die unseren Alltag und die Wirtschaft nachhaltig transformieren werden.