Seit wann gibt es Pensionskassen
Wussten Sie, dass über 300.000 Nutzer:innen bereits den Vorsorge-Check verwendet haben, um ihre Altersvorsorge zu optimieren? Pensionskassen spielen dabei eine maßgebliche Rolle. Diese rechtlich selbstständigen Versorgungseinrichtungen existieren seit dem 19. Jahrhundert und sind als Aktiengesellschaft (AG) oder Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) gegründet. Sie führen ausschließlich die betriebliche Altersversorgung (bAV) durch, was laut § 1b III BetrAVG festgelegt ist.
Ein spannender Fakt: Arbeitgeber sind seit Januar 2019 verpflichtet, die Beiträge der Mitarbeiter zur bAV mit mindestens 15 % zu bezuschussen. Diese Regelung wurde auf ältere Verträge im Jahr 2022 ausgeweitet. Doch das ist noch nicht alles. Pensionskassen dürfen höchstens 35 % ihres Vermögens in Aktien investieren, was zu einer höheren Sicherheit, aber auch zu geringeren Renditeaussichten im Vergleich zu Pensionsfonds führt.
Die Geschichte der Pensionskassen ist ein faszinierendes Kapitel der sozialen Sicherung. In Deutschland gibt es aktuell 135 Pensionskassen, die insgesamt rund 170 Milliarden Euro an Kapitalanlagen verwalten. Dabei gilt für Pensionskassen die Verpflichtung, ihre Kapitalanlagen so zu gestalten, dass eine hohe Sicherheit gewährleistet ist. Die Anforderungen an die Solvabilität gemäß § 214 VAG stellen sicher, dass die Versicherten im Alter gut versorgt sind.
Wichtige Erkenntnisse
- Über 300.000 Nutzer:innen haben den Vorsorge-Check verwendet.
- Pensionskassen existieren seit dem 19. Jahrhundert.
- Arbeitgeber müssen seit 2019 die Beiträge zur bAV mit mindestens 15 % bezuschussen.
- Pensionskassen dürfen höchstens 35 % ihres Vermögens in Aktien investieren.
- Aktuell gibt es in Deutschland 135 Pensionskassen mit rund 170 Milliarden Euro Kapitalanlagen.
- Die Geschichte der Pensionskassen ist eng mit der Entwicklung der sozialen Sicherung verknüpft.
Die Ursprünge der Pensionskassen
Die Pensionskassen Entstehung geht zurück auf das 19. Jahrhundert, eine Zeit, in der sich die Industrialisierung rasant ausbreitete. Mit dem wachsenden Bedarf an sozialer Sicherheit für die Arbeitnehmenden begannen viele Unternehmen, erste betriebliche Vorsorgeeinrichtungen zu gründen. Diese frühen Schritte bildeten den Grundstein für die systematische Altersvorsorge, die wir heute kennen.
Im Jahr 1916 erfolgte ein wichtiger Meilenstein in der Pensionskassen Entstehung, als die berufliche Vorsorge von der Steuerpflicht befreit wurde. Dieser Schritt förderte die Verbreitung und Akzeptanz von Pensionskassen als wesentlichen Teil der sozialen Sicherheit. Der Ursprung Pensionskassen ist stark mit den sozialen Reformen dieser Zeit verbunden, die darauf abzielten, die Lebensqualität der Arbeitnehmer nach dem Arbeitsleben signifikant zu verbessern.
Ein weiteres bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Pensionskassen war die Einführung des 3-Säulen-Modells der Altersvorsorge, das als Ergänzung zur Volksrente entwickelt wurde. Dieses Modell beinhaltet sowohl die staatliche Grundversorgung als auch die berufliche und private Vorsorge. Die Verankerung des Obligatoriums der beruflichen Vorsorge in der Verfassung im Jahr 1972 stellt einen entscheidenden Moment in der Pensionskassen Entstehung dar.
Die Einführung des Gesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) im Jahr 1985 markiert einen weiteren bedeutenden Schritt in der Geschichte und im Ursprung Pensionskassen. Dieses Gesetz legt die Rahmenbedingungen für die betriebliche Altersvorsorge fest und stärkte die finanzielle Sicherheit der Arbeitnehmer erheblich.
Zusammen mit der obligatorischen staatlichen Vorsorge (1. Säule) und der freiwilligen privaten Vorsorge (3. Säule) zielt das heutige System darauf ab, den Ruheständlern etwa 60 % ihres früheren Einkommens zu sichern. Insbesondere die Pensionskassen spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie eine stabile und kontinuierliche Rentenauszahlung gewährleisten.
Jahr | Ereignis |
---|---|
1916 | Steuerbefreiung der beruflichen Vorsorge |
1972 | Verfassungsmäßige Verankerung des Obligatoriums |
1985 | Inkrafttreten des BVG |
1995 | Einführung der Freizügigkeit |
2005 | Einführung von Transparenzvorschriften |
2011 | Erweiterter Bericht zur beruflichen Vorsorge |
Entwicklung der Pensionskassen im 20. Jahrhundert
Die Entwicklung der Pensionskassen im 20. Jahrhundert zeigt eine bemerkenswerte Transformation. Ursprünglich wurden die ersten Pensionskassen vor allem für Polizisten, Lehrer und Beamte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründet. Dieser Trend setzte sich bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges fort, wobei viele Gemeinden, größere Städte und Kantone zwischen 1888 und 1914 ihre eigenen Pensionskassen ins Leben riefen. Eine der größten Pensionskassen dieser Zeit war die der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).
Nach dem Ersten Weltkrieg erhielten auch Bundesangestellte Altersvorsorge. Vor 1914 gab es hingegen in der Privatwirtschaft nur sehr wenige Pensionskassen, die meist in Pionierunternehmen wie Transportunternehmen, Banken und großen Maschinenbauunternehmen zu finden waren. Die Zahl der Pensionskassen wuchs von 100 im Jahr 1903 auf über 4000 im Jahr 1941 und weiter auf über 17.000 im Jahr 1978.
Die Vermögen der Pensionskassen spielten schon 1941 eine bedeutende Rolle und machten ein Drittel des Bruttoinlandprodukts aus. Nach Einführung des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) im Jahr 1985 stieg das Vermögen der zweiten Säule weiter an und erreichte 2012 rund 750 Milliarden Franken, was 130 Prozent des Bruttoinlandprodukts entsprach.
Zur Jahrhundertwende wurden etwa 200 selbständige Kassen von großen Unternehmen geführt. Ein bemerkenswerter Anstieg der Pensionskassen zeigte sich besonders nach Inkrafttreten des BVG: Die Anzahl der Kassen reduzierte sich von anfänglich 15.000 im Jahr 1987 auf nur noch 2.191 im Jahr 2011. Dies spiegelte die Konsolidierung und Professionalisierung der Pensionskassen wider. Eine bedeutende Reform des BVG im Jahr 2023 soll die Finanzierung der zweiten Säule stärken und die Rentensituation von Teilzeit- und Mehrfachangestellten verbessern.
Die Historie der Pensionskassen zeigt nicht nur eine Entwicklung hin zu größerer finanzieller Stabilität und umfassenderem Schutz, sondern auch eine Anpassung an sich ständig ändernde ökonomische Bedingungen, erhöhten Lebensstandard und erhöhte Lebenserwartung.
Seit wann gibt es Pensionskassen
Die ersten Pensionskassen wurden vor über 100 Jahren in der Maschinenindustrie gegründet. Es handelte sich dabei um freiwillige Einrichtungen, deren Beitritt vom Willen des Arbeitgebers abhing. Die Pensionskassen Ursprünge liegen somit in den Anfängen des industriellen Zeitalters, als die soziale Absicherung der Arbeiter an Bedeutung gewann.
Ein wesentlicher Meilenstein in der Geschichte der Pensionskassen ist die Gründung der AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) im Jahr 1948. Mit der Aufnahme der beruflichen Vorsorge in die Verfassung im Jahr 1972 und dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) am 1. Januar 1985, wurde die Grundlage für eine obligatorische berufliche Vorsorge gelegt.
Die Beitragspflicht für das BVG beginnt mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses, spätestens jedoch mit Vollendung des 17. Lebensjahres. Bis zum 24. Lebensjahr decken die Beiträge lediglich die Risiken Tod und Invalidität ab. Ab dem Alter von 25 Jahren erfolgt die Ansparung für die Altersrente. Die jährliche Altersrente entspricht 6,8% des angesparten Altersguthabens.
Seit dem Jahr 2021 verfügen die Pensionskassen branchenweit über stille Netto-Reserven von knapp 30 Milliarden Euro. Ende 2022 bestand jedoch ein Rückgang dieser Reserven um 35 Milliarden Euro, was auf verschiedene ökonomische Herausforderungen zurückzuführen ist. Ein erheblicher Zinsanstieg von 350 Basispunkten im letzten Jahr hat diesen Effekt noch verstärkt.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht intensiv etwa 36 von 135 Pensionskassen. Seit 2002 gibt es zudem Pensionskassen, die von Versicherungsunternehmen gegründet wurden, meist in Form von Aktiengesellschaften. Trotz dieser Entwicklungen stehen etwa 25% der Pensionskassen unter intensiver Aufsicht aufgrund finanzieller Probleme.
Die Rolle von Pensionskassen in der modernen Altersvorsorge
Pensionskassen spielen eine zentrale Rolle in der modernen Altersvorsorge, indem sie eine wichtige Säule der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) darstellen. Diese Form der Vorsorge wird entweder durch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, oder von beiden gemeinsam, finanziert. Beiträge zu modernen Pensionskassen können dabei bis zu 8% der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei und bis zu 4% sozialversicherungsfrei sein.
Im Jahr 2025 dürfen Arbeitnehmer bis zu 644 Euro steuerfrei und 322 Euro sozialabgabenfrei pro Monat in die Pensionskasse einzahlen. Zudem sind Arbeitgeber seit 2022 verpflichtet, einen 15%igen Zuschuss des umgewandelten Entgelts zu leisten, sofern sie durch die betriebliche Altersvorsorge Sozialabgaben einsparen. Diese Regelungen helfen, die Attraktivität und Durchdringung der Pensionskassen in der Altersvorsorge weiter zu erhöhen.
Ein besonderer Vorteil der Pensionskassen in der Altersvorsorge ist ihre Flexibilität. Arbeitnehmer können die Leistungen der Pensionskasse ab dem 62. Geburtstag in Anspruch nehmen oder bei Verträgen, die vor dem 1. Januar 2012 abgeschlossen wurden, bereits ab dem 60. Geburtstag. Ein weiteres hervorzuhebendes Merkmal ist die Tatsache, dass die Betriebsrente im Alter versteuert werden muss, dabei jedoch in der Regel zu einem niedrigeren Steuersatz als während der Erwerbszeit.
Interessant ist auch die Entwicklung auf dem Markt der modernen Pensionskassen. Trotz eines Rückgangs der Anzahl überwachten Pensionskassen von 135 im Jahr 2019 auf 124 im Jahr 2023, stieg die Zahl der versicherten Personen von 9,7 Millionen auf 10,4 Millionen. Dies zeigt eine steigende Akzeptanz und Nutzung der Pensionskassen in der Altersvorsorge.
Mit Blick auf die Kapitalanlagen wiesen Pensionskassen im Jahr 2023 ein beeindruckendes Volumen von rund 206 Milliarden Euro auf. Trotz dieser positiven Entwicklungen müssen moderne Pensionskassen jedoch Herausforderungen wie Niedrigzinsphasen und damit einhergehende geringere Renditen sowie den damit verbundenen Nachfinanzierungsbedarf bewältigen.
Kennzahl | Wert |
---|---|
Anzahl der beaufsichtigten Pensionskassen (2023) | 124 |
Versichertenzahl | 10,4 Millionen |
Gebuchte Bruttobeiträge | 6,4 Milliarden Euro |
Volumen der Kapitalanlagen (2023) | 206 Milliarden Euro |
Bedeckung der Solvabilitätskapitalanforderung | 147,5 % |
Unterschiede zwischen Pensionskassen in Deutschland, der Schweiz und Österreich
Die Struktur und Funktionsweise von Pensionskassen in Deutschland, der Schweiz und Österreich variieren erheblich, was sowohl auf regulatorische Vorschriften als auch auf historische Entwicklungen zurückzuführen ist. Pensionskassen in Deutschland, bekannt für ihre ausgeprägte Strukturvielfalt, verwalten rund 170 Milliarden Euro Kapitalanlagen (Stand Anfang 2020). Diese Pensionskassen sind jedoch stark von der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase betroffen, was zu Herausforderungen bei der Generierung angemessener Renditen führt.
In der Schweiz hat sich die Landschaft der Pensionskassen ebenfalls stark verändert. Zwischen 2012 und 2020 sank die Anzahl der Pensionskassen von 2’073 auf 1’438, was auf Konsolidierungen und Fusionen zurückzuführen ist. Insgesamt verwalten Schweizer Pensionskassen ein Vermögen von rund 1’000 Milliarden Schweizer Franken. Die Anlagestrategien sind diversifiziert: 33 % werden in festverzinsliche Anlagen, 32 % in Aktien und über 21 % in Immobilien investiert. Die durchschnittliche Rendite im Zeitraum von 2012 bis 2021 lag bei +5,3 % pro Jahr, was die stabilen und relativ vorteilhaften Bedingungen für die Pensionskassen in der Schweiz unterstreicht.
Österreichische Pensionskassen müssen gemäß ihrer gesetzlichen Vorgaben jede Veranlagungs- und Risikogemeinschaft (VRG) mit mindestens tausend Personen organisieren. Dies stellt sicher, dass die Risiken breit gestreut und optimal verwaltet werden. Diese Struktur trägt zur Stabilität der österreichischen Pensionskassen bei, indem sie umfangreiche Schwankungen in den individuellen Kapitalanlagen minimiert.
Insgesamt spiegeln die Unterschiede zwischen den Pensionskassen in Deutschland, der Schweiz und Österreich die jeweiligen nationalen Entwicklungen und regulatorischen Rahmenbedingungen wider. Sie demonstrieren, wie vielfältig die Ansätze zur Altersvorsorge innerhalb Europas gestaltet sind, um den spezifischen Bedürfnissen und Herausforderungen der jeweiligen Länder gerecht zu werden.